Kann man ein Aquarium oder Terrarium versichern?

Inhaltsverzeichnis

Aquarium im Wohnzimmer. Neue Fische werden von Besitzerin und Tochter ins Wasser gelassen.

Ein großes Aquarium ist Wohnzimmer-Highlight und Verantwortung zugleich: Hunderte Liter Wasser, empfindliche Technik, wertvoller Besatz – und eine Glasscheibe, die all das zusammenhält. Doch was passiert, wenn die Scheibe reißt? Wer zahlt den Wasserschaden am Parkett, wer die neue Scheibe, wer die Fische? Die Antwort verteilt sich auf mehrere Versicherungen – wir sortieren.

Ja, ein Aquarium lässt sich versichern – aber in Bausteinen

Die kurze Antwort auf die Titelfrage: Ja. Die längere: Es gibt nicht „die eine“ Aquarienversicherung für Privathaushalte, sondern ein Zusammenspiel aus drei Policen, die jeweils einen Teil des Risikos tragen:

Die Glasversicherung deckt den Bruch der Scheiben – das Kernrisiko.

Die Hausratversicherung behandelt das Aquarium als versicherte Sache und deckt Folgeschäden durch auslaufendes Wasser am übrigen Hausrat.

Die private Haftpflichtversicherung springt ein, wenn das auslaufende Wasser beim Nachbarn Schäden anrichtet – als Mieter auch für Schäden an der Mietwohnung.

Die Scheiben: Ein Fall für die Glasversicherung

Sind die Scheiben Deines Aquariums oder Terrariums geschützt? Mit der richtigen Glasversicherung: ja. Die Schleswiger Glasversicherung leistet im Tarif Top Plus ausdrücklich für Bruchschäden an Scheiben von Aquarien und Terrarien – im Tarif Top ist diese Position nicht enthalten.

Die Bedingungen definieren dabei großzügig: Ein Aquarium ist eine Einrichtung zur Haltung von Wasserlebewesen aus Glas oder Acryl; ein Terrarium eine Einrichtung zur Haltung von Land- oder Lufttieren, oft aus Glas, Acryl oder anderen transparenten Materialien. Auch Acrylscheiben sind also mitgedacht.

Zwei Voraussetzungen musst Du kennen: Das Fassungsvermögen einzelner oder aller versicherten Aquarien/Terrarien darf 2.500 Liter nicht überschreiten – für private Becken bis hin zu großen Schauaquarien mehr als ausreichend. Und die Nutzung muss privat sein: Wer Aquarien kommerziell betreibt – für Verkauf, Zucht, Ausstellung oder Forschung – fällt nicht unter den Schutz.

Versichert ist der Bruch (Zerbrechen) der Scheibe. Nicht versichert sind reine Oberflächenschäden wie Kratzer oder Schrammen sowie undichte Silikonnähte ohne Glasbruch.

Aquarien-/Terrarienscheiben in der Schleswiger Glasversicherung

  • Versichert: Bruchschäden an Scheiben von Aquarien und Terrarien (Glas und Acryl)
  • Tarif: Nur im Top Plus Tarif
  • Grenze: Fassungsvermögen max. 2.500 Liter (einzeln oder gesamt)
  • Ausschluss: Gewerbliche/industrielle Nutzung (Verkauf, Zucht, Ausstellung, Forschung)
  • Nicht versichert: Kratzer, Schrammen, undichte Nähte ohne Bruch

Das auslaufende Wasser: Ein Fall für die Hausratversicherung

Platzt die Scheibe eines 400-Liter-Beckens, ist die neue Scheibe das kleinste Problem – das Wasser verteilt sich in Sekunden im Raum. Hier greift die Hausratversicherung, und zwar gleich doppelt:

Erstens gilt Wasser aus Aquarien (und Wasserbetten) in der Hausratversicherung ausdrücklich als Leitungswasser. Dein Hausrat – Teppich, Sofa, Elektronik –, der durch das ausgetretene Aquarienwasser beschädigt wird, ist damit über die Leitungswasser-Deckung versichert, in allen drei Tarifen.

Zweitens ist das Aquarium selbst als Sache Teil des versicherten Hausrats und gegen die Grundgefahren (Feuer, Einbruchdiebstahl, Sturm etc.) geschützt. Und auch die Bewohner sind mitgedacht: Fische zählen als artgerecht gehaltene Haustiere zum versicherten Hausrat.

Eine wichtige Grenze gibt es jedoch: Nicht versichert sind Schäden am Inhalt des Aquariums, die als Folge des ausgetretenen Wassers entstehen. Sterben also die Fische, weil das Wasser ausgelaufen ist, ersetzt die Hausrat diesen Folgeschaden nicht. Der Besatz ist gegen andere Gefahren (etwa Brand) als Hausrat gedeckt – nicht aber gegen die Folgen des leergelaufenen Beckens.

Für Gebäudeschäden – durchfeuchteter Estrich, aufgequollenes Parkett im Eigenheim – ist die Wohngebäudeversicherung zuständig, die Wasser aus Aquarien ebenfalls dem Leitungswasser gleichstellt. Und läuft das Wasser in die Wohnung darunter, reguliert Deine private Haftpflichtversicherung die Schäden des Nachbarn.

Aquarium-Schaden – wer zahlt was?

Schaden Zuständige Versicherung
Gebrochene Aquarien- oder Terrarienscheibe
Versichert Glasversicherung
Top Plus
Durchnässter Teppich, Sofa oder Elektronik
Versichert Hausratversicherung
Leitungswasser
Parkett oder Estrich im Eigenheim
Versichert Wohngebäudeversicherung
Leitungswasser
Wasserschaden beim Nachbarn darunter
Versichert Private Haftpflichtversicherung
Tote Fische infolge des Wasseraustritts
Nicht versichert Nicht versichert
Ausschluss
Aquarium selbst bei Brand oder Einbruch
Versichert Hausratversicherung

Praxis-Tipps für Aquarianer und Terrarianer

Tarif checken: Die Scheiben-Deckung gibt es nur im Glas-Tarif Top Plus. Wer ein großes Becken betreibt, sollte gezielt auf diese Position achten.

Standort mit Bedacht wählen: Ein 300-Liter-Becken wiegt mit Technik und Deko über 350 kg. Tragfähigkeit des Bodens prüfen, Wasserschutzmatte unterlegen, nicht direkt über wertvollem Parkett oder in der Nähe empfindlicher Elektronik platzieren.

Leckage-Vorsorge: Wassermelder unter dem Becken kosten wenig und schlagen Alarm, bevor aus dem Tropfen ein Schaden wird. Bei längerer Abwesenheit: Wasserstand kontrollieren lassen.

Wert dokumentieren: Becken, Technik (Filter, Beleuchtung, Heizung) und Besatz mit Fotos und Belegen dokumentieren – das erleichtert jede Regulierung und hilft, die Hausrat-Versicherungssumme realistisch anzusetzen.

Bei teurem Besatz: Für sehr wertvolle Tiere (Koi, seltene Reptilien) gibt es am Markt spezielle Tierversicherungen – die normale Hausrat deckt den Besatz nur begrenzt und nicht gegen alle Risiken.

FAQ: Aquarium und Terrarium versichern

Ja – in Bausteinen: Glasversicherung für die Scheiben (Schleswiger Top Plus), Hausratversicherung für Wasserfolgeschäden am Inventar und das Becken selbst, Haftpflicht für Schäden bei Dritten.

Im Schleswiger Tarif Top Plus ja – für Aquarien und Terrarien aus Glas oder Acryl, bis 2.500 Liter Fassungsvermögen und bei privater Nutzung. Im Tarif Top besteht diese Deckung nicht.

Sterben die Fische als Folge des ausgelaufenen Wassers, ist das ausdrücklich nicht versichert. Als Hausrat sind die Tiere gegen andere Gefahren (z. B. Brand) gedeckt; für wertvollen Besatz gibt es spezielle Tierversicherungen.

Wasser aus Aquarien gilt als Leitungswasser: In der Mietwohnung ersetzt die Hausrat Deinen beschädigten Hausrat, die Gebäudeversicherung des Vermieters den Bodenbelag; Schäden beim Nachbarn übernimmt Deine Haftpflicht.

Ja – Terrarien sind in der Scheiben-Deckung (Top Plus) ausdrücklich eingeschlossen, ebenfalls bis 2.500 Liter und bei privater Haltung.

Vorsicht: Die gewerbliche Nutzung – wozu die Bedingungen ausdrücklich auch Zucht und Verkauf zählen – ist vom Scheibenschutz ausgeschlossen. Wer kommerziell hält, braucht eine gewerbliche Lösung.

Fazit: Drei Policen für ein sicheres Becken

Das Aquarium ist versicherbar – nur eben nicht mit einer einzigen Police: Die Glasversicherung (Top Plus) trägt das Scheibenrisiko bis 2.500 Liter, die Hausrat fängt die Wasserfolgen am Inventar auf, die Haftpflicht schützt gegenüber Nachbarn. Die eine Lücke, die bleibt – der Besatz beim Wasseraustritt –, lässt sich mit Prävention (Wassermelder, guter Standort) und für wertvolle Tiere mit Spezialpolicen schließen. So bleibt das Becken das, was es sein soll: ein Blickfang ohne Bauchschmerzen.