Hausbau: Diese Versicherungen brauchst Du als Bauherr

Inhaltsverzeichnis

Der Hausbau ist für die meisten Menschen die größte Investition ihres Lebens – und eine der risikoreichsten. Unwetter, Unfälle, Diebstahl, Konstruktionsfehler: Auf der Baustelle kann vieles schiefgehen, was nicht nur den Zeitplan sprengt, sondern auch Zehntausende Euro kostet. Wir zeigen, welche Versicherungen Du als Bauherr wirklich brauchst – und in welcher Reihenfolge Du sie abschließen solltest.

Bauherrenhaftpflicht­versicherung – die absolute Pflicht

Sobald der erste Bagger rollt, bist Du als Bauherr für alles verantwortlich, was auf Deiner Baustelle passiert. Stürzt ein Gerüst auf das Nachbargrundstück, rutscht ein Passant auf dem verschmutzten Gehweg aus oder wird ein Handwerker durch herabfallende Teile verletzt – Du haftest. Und zwar unbegrenzt, mit Deinem gesamten Vermögen.

Die Bauherrenhaftpflichtversicherung schützt Dich vor genau diesen Risiken. Sie übernimmt Schadensersatzforderungen Dritter bei Personen-, Sach- und Vermögensschäden, die im Zusammenhang mit dem Bauvorhaben entstehen. Ohne sie kann ein einziger Unfall Deine gesamte Baufinanzierung gefährden.

Die Kosten sind überschaubar – bei einem normalen Einfamilienhaus liegen sie oft im niedrigen dreistelligen Bereich für die gesamte Bauzeit. Die Bauherrenhaftpflicht sollte vor dem ersten Spatenstich abgeschlossen sein.

Bauherrenhaftpflicht – das Wichtigste

Priorität: Absolute Pflicht für jeden Bauherren

Bauleistungs­versicherung – Schutz für den Rohbau

Die Bauleistungsversicherung ist das Gegenstück zur Haftpflicht: Während die Haftpflicht Schäden an Dritten abdeckt, schützt die Bauleistungsversicherung Dein Bauvorhaben selbst. Sie greift, wenn unvorhergesehene Ereignisse die bereits erbrachten Bauleistungen beschädigen oder zerstören.

Versichert sind alle Lieferungen und Leistungen für das Bauvorhaben – also alles, was auf der Baustelle gebaut, geliefert und montiert wird. Die typischen Schadenfälle: Ein Sturm beschädigt das halbfertige Dach, Starkregen unterspült die Bodenplatte, Vandalen verwüsten den Rohbau über das Wochenende, oder ein Konstruktionsfehler führt zu Rissen im Mauerwerk.

Die Schleswiger Bauleistungsversicherung bietet in zwei Produktlinien (Top und Top Plus) ein modulares Schutzkonzept: von der Grunddeckung gegen unvorhergesehene Sachschäden bis hin zu Elementarschutz, Diebstahl fest verbauter Teile, Mietausfall und sogar Terrorakte.

Was die Bauleistungsversicherung abdeckt

Brand, Blitzschlag, Explosion
Schäden durch unvorhergesehene Ereignisse
Unwetter, Vandalismus, höhere Gewalt
Planungs-, Konstruktions- und Materialfehler
Folgeschäden, nicht den Mangel selbst

Priorität: Dringend empfohlen für jeden Bauherren

Feuerrohbau­versicherung – Brandschutz ab dem ersten Stein

Ein Brand auf der Baustelle kann den gesamten Rohbau zerstören – und damit die Arbeit und das Geld von Monaten vernichten. Die Feuerrohbauversicherung schützt den entstehenden Bau gegen Schäden durch Feuer, Blitzschlag und Explosion.

Die gute Nachricht: Die Schleswiger Bauleistungsversicherung enthält bereits eine integrierte Feuerrohbauversicherung für bis zu 24 Monate – beitragsfrei, wenn im Anschluss eine Wohngebäudeversicherung bei der Schleswiger abgeschlossen wird. Der Übergang ist nahtlos: Wenn der Rohbau fertig ist und die Gebäudeversicherung beginnt, endet die Feuerrohbauversicherung automatisch.

Das ist ein erheblicher Vorteil, denn bei vielen anderen Versicherern muss die Feuerrohbau separat abgeschlossen werden – was zusätzliche Kosten und Verwaltungsaufwand bedeutet.

Wohngebäude­versicherung – der Anschlussschutz nach Fertigstellung

Die Bauleistungsversicherung endet mit der Fertigstellung des Bauvorhabens. Ab diesem Zeitpunkt übernimmt die Wohngebäudeversicherung den dauerhaften Schutz des Gebäudes gegen Feuer, Leitungswasser, Sturm, Hagel und optional Elementargefahren.

Der Übergang sollte nahtlos sein. Idealerweise wird die Wohngebäudeversicherung bereits vor oder während der Bauphase beantragt, damit es nach der Fertigstellung keine unversicherte Lücke gibt. Die Nachhaftung der Bauleistungsversicherung – bei der Schleswiger 1 Monat (Top) bzw. 3 Monate (Top Plus) – schafft hier einen Puffer, deckt aber nicht alle Risiken der bewohnten Immobilie ab.

1.

Vor dem ersten Spatenstich

Bauherrenhaftpflicht abschließen

2.

Vor Baubeginn

Bauleistungsversicherung abschließen (inkl. Feuerrohbau)

3.

Vor Fertigstellung

Wohngebäudeversicherung beantragen

4.

Nach Fertigstellung

Nachhaftung der Bauleistungsversicherung greift, danach übernimmt die Gebäudeversicherung

5.

Nach Einzug

Hausratversicherung für das Inventar abschließen

Weitere sinnvolle Versicherungen für Bauherren

Bauhelferversicherung (BG Bau): Wer private Helfer – Freunde, Familie, Nachbarn – auf der Baustelle einsetzt, muss diese bei der Berufsgenossenschaft der Bauwirtschaft (BG Bau) anmelden. Die gesetzliche Unfallversicherung über die BG Bau schützt die Helfer bei Arbeitsunfällen.

Rechtsschutzversicherung (Baurecht): Streit mit Handwerkern, Architekten oder dem Bauträger ist leider keine Seltenheit. Eine Rechtsschutzversicherung mit Baurecht-Baustein kann die Kosten für Anwälte und Gutachter übernehmen. Wichtig: Viele Rechtsschutzpolicen müssen vor Beginn des Bauvorhabens abgeschlossen werden.

Fazit: Vier Versicherungen bilden das Fundament

Bauherrenhaftpflicht, Bauleistungsversicherung, Feuerrohbauversicherung und Wohngebäudeversicherung – diese vier bilden den Kern der Bauherren-Absicherung. Die Haftpflicht schützt vor Ansprüchen Dritter, die Bauleistungsversicherung schützt den Bau selbst, die Feuerrohbau sichert den Brandfall ab, und die Gebäudeversicherung übernimmt nach der Fertigstellung. Wer diese vier hat, kann beruhigt bauen.
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