Das Problem: Baustellen-Diebstahl nimmt zu
Baustellen sind nachts und am Wochenende oft unbewacht und leicht zugänglich. Die Täter haben es auf hochwertige Materialien abgesehen, die sich schnell weiterverkaufen lassen: Kupferkabel und -rohre, bereits eingebaute Fenster und Türen, Sanitäranlagen, Heizkörper, Elektroleitungen. Auch Photovoltaik-Module und Solarthermieanlagen auf dem Rohbau sind zunehmend betroffen.
Die finanziellen Folgen können erheblich sein: Neben dem reinen Materialwert kommen die Kosten für erneute Handwerkerleistungen, Bauverzögerungen und im schlimmsten Fall Mietausfall hinzu, weil die Fertigstellung sich verschiebt.
Was deckt die Bauleistungsversicherung?
Hier muss man genau unterscheiden: Die Bauleistungsversicherung ist in erster Linie eine Sachschadenversicherung, keine Diebstahlversicherung. Das Abhandenkommen von versicherten Sachen ist grundsätzlich nicht versichert. Diebstahl ist also kein Standardbaustein.
Die wichtige Ausnahme: Im Top-Plus-Tarif der Schleswiger ist der Diebstahl von fest mit dem Bauwerk verbundenen Bestandteilen der Neubauleistung mitversichert – mit einer Entschädigungsgrenze von 10.000 Euro. Das umfasst zum Beispiel bereits eingebaute Fenster, montierte Sanitäranlagen, verlegte Kupferleitungen oder installierte Heizkörper.
Nicht versichert sind dagegen: Loses Baumaterial auf der Baustelle (z. B. Paletten mit Ziegelsteinen), Werkzeuge und Kleingeräte der Handwerker, Baumaschinen, Gerüste, Baucontainer, Fahrzeuge und bewegliche Einrichtungsgegenstände.
| Was wurde gestohlen? | Versichert? |
|---|---|
| Eingebaute Fenster und Türen |
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| Verlegte Kupferleitungen |
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| Montierte Sanitäranlagen |
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| Installierte Heizkörper |
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| Loses Baumaterial (Ziegel, Holz) |
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| Werkzeuge und Kleingeräte |
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| Baumaschinen und Gerüste |
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| Bauschilder und Werbetafeln |
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Prävention: So schützt Du Deine Baustelle
Versicherungsschutz ist wichtig, ersetzt aber nicht die Prävention. Je besser die Baustelle gesichert ist, desto geringer das Diebstahlrisiko – und desto reibungsloser die Schadenregulierung im Ernstfall.
Beleuchtung: Eine gut beleuchtete Baustelle schreckt Gelegenheitsdiebe ab. Bewegungsmelder und Zeitschaltuhren sind günstig und effektiv.
Bauzaun: Ein stabiler, geschlossener Bauzaun mit abschließbarem Zugang ist die Grundlage. Sichtschutzplanen verhindern, dass Diebe die Baustelle von außen auskundschaften können.
Kameraüberwachung: Mobile Baustellenkameras mit Echtzeitübertragung auf das Smartphone sind inzwischen erschwinglich und können Diebstähle dokumentieren oder verhindern.
Wertvolle Materialien sichern: Kupferleitungen, Heizungsanlagen und Sanitärteile möglichst erst kurz vor dem Einbau liefern lassen. Was bereits auf der Baustelle ist und nicht sofort eingebaut wird, sollte in verschlossenen Containern oder Räumen gelagert werden.
Nachbarschaft einbinden: Informiere die Nachbarn über Dein Bauvorhaben und bitte sie, auffällige Aktivitäten (besonders abends und am Wochenende) zu melden.
Checkliste Diebstahlschutz Baustelle
- Stabiler Bauzaun mit abschließbarem Tor
- Beleuchtung mit Bewegungsmeldern
- Wertvolle Materialien erst kurz vor Einbau anliefern lassen
- Eingebaute Teile dokumentieren (Fotos, Rechnungen, Seriennummern)
- Mobile Kameraüberwachung installieren
- Nachbarn informieren und als Aufpasser einbinden
- Diebstahl sofort bei der Polizei anzeigen und Versicherer informieren
Im Schadenfall: Was tun?
Dokumentiere, was fehlt: Welche Teile wurden gestohlen, wann wurden sie eingebaut, was haben sie gekostet? Rechnungen, Fotos der eingebauten Teile und Lieferscheine können im Schadenfall entscheidend sein.
Wichtig: Nur wenn die gestohlenen Teile nachweislich fest mit dem Bauwerk verbunden waren, greift der Diebstahlschutz der Bauleistungsversicherung. Lose auf der Baustelle lagerndes Material, das „mitgenommen“ wird, fällt nicht darunter.